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Tipps für die Wohnungsbesichtigung


17.07.2007 (J. Rohrbach) Kategorie: Panorama

Bild: www.wikingia.de

Fast jeder tut es in seinem Leben mindestens einmal: Er verlässt das heimische Nest und lässt sich woanders nieder. Für manche ist es der erste Umzug im Leben, andere sind da schon routinierter. Doch was alle gemeinsam haben ist, dass sie sich zuvor nach einer für sie möglichst passenden Wohnung umsehen müssen.

Schnell kann es passieren, dass bei der Wohnungsbesichtigung ein wichtiges Detail übersehen wird, das einen dann später sehr ärgert oder sogar zum vorzeitigen Auszug führt. Das beste Beispiel hierfür ist Schimmel. Darum ist es wichtig, die Besichtigung gut vorzubereiten und am besten auch nie allein zu gehen. Denn vier Augen sehen bekanntlich nicht nur mehr als zwei, bei einem möglichen Streitfall ist die Beweissituation auch wesentlich besser.

Die Wohnungsbesichtigung sollte möglichst am helllichten Tag stattfinden, da hier die Lichtsituation am besten ist und mögliche Mängel besser erkannt werden können. Wenn es machbar ist, sollten auch mehrere Besichtigungstermine an verschiedenen Wochentagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten wahrgenommen werden, da Beeinträchtigungen durch Lärm und/oder Geruch oftmals nur zu bestimmten Zeiten auftreten.

Scheuen Sie sich dabei nicht, Fragen zu stellen! Wichtig ist ebenso, sich genügend Zeit für die Besichtigung und die Entscheidung für oder gegen die Wohnung zu nehmen. Lassen Sie sich bei Sammelbesichtigungen nicht unter Druck setzen. Eine schnell gefasste, falsche Entscheidung ist nicht ohne weiteres rückgängig zu machen, wenn der Mietvertrag erstmal unterschrieben ist.

Nützlich ist es, sich vorher eine Liste mit wichtigen Punkten zu machen, die auf jeden Fall geklärt werden sollten. Hier eine mögliche Zusammenstellung:

Wohnumfeld:

- Wie ist die Infrastruktur? Gibt es genügend Einkaufsmöglichkeiten, öffentliche Nahverkehrsmittel, Schule, Kindergarten etc.? Vorsicht: Ein Kindergarten oder eine Schule direkt vor der Tür bedeuten immer Lärm!

- Ist eine Hauptverkehrsstraße, Bushaltestelle oder Ähnliches in der Nähe, was Lärm verursacht?

- Gibt es Geruchsbelästigung z. B. durch grillende Nachbarn im Garten oder Hundekot unter dem Fenster im Erdgeschoss?

- Gibt es genügend Parkplätze für Sie und Ihren Besuch? Können ein Abstellplatz für das Auto oder eine Garage mitgemietet werden?

Haus:

- Welchen Eindruck macht das Haus von außen? In welchem baulichen Zustand befindet es sich und wie viele Parteien wohnen dort?

- Ist die Haustür in Ordnung oder hat sie einen nachträglich eingebauten Eisenbeschlag in Schlosshöhe? Hier kann davon ausgegangen werden, dass eingebrochen wurde und das eventuell wieder passieren wird.

- Ist das Treppenhaus ordentlich und gepflegt? Sind die Briefkästen in Ordnung, liegt Werbung herum oder Ähnliches?

- Gibt es einen Aufzug?

- Wer sind die eventuell zukünftigen Nachbarn? Wohnen dort junge Leute/Familien mit Kindern oder Senioren? Stehen eventuell mehrere Wohnungen leer? Letzteres sollte einem zu denken geben, denn für viele leer stehende Wohnungen innerhalb eines Hauses oder Blocks gibt es meistens einen Grund.

- Ist das Haus hellhörig?

- Ist eine Gaststätte oder eine Arztpraxis im Haus? Dies wäre ein möglicher Störfaktor für Lärm und anderes.

- In welchem Zustand befindet sich der Garten, wenn vorhanden?

- Sind ein Keller und/oder ein Abstellplatz für Fahrräder vorhanden und wie ist der Zustand? Gerade im Keller ist oft Feuchtigkeit vorhanden. Da es oft keine oder nur sehr kleine Fenster gibt, ist auch auf ausreichende Beleuchtung im Gang oder Kellerabteil zu achten.

- Gibt es Gemeinschaftsnutzflächen wie z. B. Waschkeller oder Terrasse?

Wohnung:

- In welchem Stock befindet sie sich und wie groß ist sie?

- Wie hell oder dunkel ist die Wohnung? Gibt es ausreichend Fenster und sind Rollläden davor (besonders im Erdgeschoss wichtig)?

- Ist die Wohnung gut geschnitten oder gibt es eventuell schlecht nutzbare Flächen durch Dachschrägen etc.?

- Ist die Wohnung einzugsfertig oder muss erst renoviert werden?

- Wie ist Zustand und die Qualität von Fenstern, Türen und Böden? Es kann für die Heizkosten einen großen Unterschied machen, ob die Wohnung über billige Fenster mit einer Scheibe oder bessere Fenster mit doppeltem Glas verfügt. „Besser“ ist hier die Isolation.

- Gibt es genügend Steckdosen und wo sind sie angebracht?

- In welchem Zustand sind Küche, Bad und WC? Gibt es feuchte Ecken oder Schimmel? Wie sind sie ausgestattet? Gibt es Fenster oder andere Lüftungsmöglichkeiten in diesen Räumen?

- Gibt es einen Balkon oder eine Terrasse? Ist der Balkon / die Terrasse gut gepflegt und wie ist die Aussicht? Ist er immer schattig oder liegt er auf der Sonnenseite des Hauses?

- Wie wird geheizt? Eine Ofenheizung ist natürlich wesentlich arbeitsaufwändiger als Elektro-, Zentral-, Fern- oder Nachtspeicherheizung. Hier müssen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Heizungsart abgewogen werden.

- Womit wird geheizt? Auch hier macht es einen Unterschied, ob Öl, Gas, Kohle oder Pellets zum Heizen genutzt werden. Was hier bevorzugt wird, muss jeder individuell für sich entscheiden.

- Ist ein Kabelanschluss oder eine Sattelitenschüssel vorhanden und wo befindet sich die Telefondose?

- Sind Haustiere erlaubt?

- Wie hoch sind die durchschnittlichen Nebenkosten?

- Warum ist der Vormieter ausgezogen? Manchmal ist es sinnvoll, dies in Erfahrung zu bringen, weil hier Probleme vorgelegen haben könnten, die bei einer einfachen Wohnungsbesichtigung nicht so einfach auszumachen sind.

Die Listen helfen auch, später die besichtigten Wohnungen besser miteinander vergleichen und so die richtige Entscheidung treffen zu können. Eine weitere Checkliste für die Wohnungsbesichtigung zum Runterladen und Mitnehmen finden Sie unter: www.immobilienscout24.de

Sollte es zum Mietvertrag kommen, ist auch dieser eingehend zu prüfen. Tipps hierzu finden Sie im nächsten Artikel.



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