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Seit dem 7. Juli 2007 stehen sie fest: die neuen Sieben Weltwunder. Zu ihnen zählen die Chinesische Mauer, das Kolosseum in Rom, der Taj-Mahal in Indien, die Christus-Statue in Rio de Janeiro, die peruanische Inka-Stadt Machu Picchu, die Maya-Stätte Chichén Itzá auf Yucatán sowie die Felsenstadt Petra in Jordanien. Während einer großen Gala im „Stadion des Lichts“ in Lissabon (Portugal) wurden die Sieger offiziell bekannt gegeben.
Der Schweizer Millionär Bernard Weber hatte im Jahr 2000 zur Wahl der neuen Weltwunder aufgerufen, die insgesamt sieben Jahre dauerte. Rund 70 Millionen Menschen weltweit hatten per Internet, Telefon und SMS aus 200 möglichen Sehenswürdigkeiten ihre 77 Favoriten ausgesucht. Ende 2005 ermittelte eine internationale Jury 21 Finalisten, unter denen sich als einziges deutsches Bauwerk das Schloss Neuschwanstein befand. Es konnte sich jedoch in der Endrunde bei den Wählern nicht durchsetzen und landete schließlich auf dem achten Platz.
Die Neuwahl war nach Meinung des Millionärs notwendig, da von den ursprünglichen Sieben Weltwundern der Antike nur noch die Pyramiden von Gizeh existieren. Die restlichen sechs sind entweder zerstört oder bereits zerfallen. Unter ihnen waren die hängenden Gärten von Babylon (heutiger Irak), der Koloss von Rhodos und das Standbild des Zeus in Olympia (Griechenland), das Mausoleum von Halikarnassos und der Tempel der Artemis in Ephesos (heutige Türkei) sowie der Leuchtturm von Alexandria (Ägypten).
Hinter der Privatinitiative von Bernard Weber steht die Stiftung „New7Wonders“. Sie setzt sich unter der Devise „Unser Erbe ist unsere Zukunft“ für den Erhalt und die Restauration des kulturellen Welterbes der Menschheit ein. Dazu fließen laut Stiftung 50 % der Einnahmen aus der Kampagne in zahlreiche Projekte, wie beispielsweise die Wiederherstellung der Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan, die im Jahr 2001 von den Taliban zerstört wurden.
Kritik
Trotzdem muss sich der Initiator der Kampagne von Kritikern den Vorwurf gefallen lassen, er habe nur aus Selbstzweck gehandelt, um mit der kostenpflichtigen SMS- und Telefonabstimmung Profit zu machen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung stellte Bernard Weber klar, dass er für das Projekt selbst noch dazu bezahlt habe. Sollte er mit der Vermarktung tatsächlich Geld verdienen, werde er alle neuen Wunder in 3D vermessen lassen, um sie für die Nachwelt zu bewahren.
Weitere Kritik kommt von Seiten der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization), die offiziell für die Verwaltung des Weltkulturerbes zuständig ist. Die Organisation wirft der Kampagne vor, nicht wissenschaftlich fundiert zu sein. Außerdem spiegele das Ergebnis ausschließlich die Sichtweise von Personen wider, die Zugang zu modernen Kommunikationsmedien haben. Das heißt also, dass besonders ältere und mittellose Menschen erschwerte Teilnahmebedingungen hatten.
Hingegen freuen über die Aktion dürfte sich Jordanien. Als einer der Sieger erhofft sich das kleine Land nun einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den zunehmenden Tourismus. Denn im Gegensatz zu den anderen neuen Weltwundern ist die Felsenstadt Petra bislang recht unbekannt.
Befürworter der Kampagne können sich schon auf die nächste Abstimmung freuen. Bald sollen nämlich die neuen Sieben Weltwunder der Natur gewählt werden, die weder künstlich geschaffen noch verändert wurden. Bis zum 8. August 2008 können auf der Webseite www.natural7wonders.com Vorschläge eingereicht werden.
Was halten Sie von der Abstimmung? Haben Sie vielleicht sogar selbst daran teilgenommen? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum!
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