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Die bunten Armbändchen - Vom wohltätigen Zweck zum Kommerz


02.09.2005 (C. von Lachner-Dahm) Kategorie: Lifestyle

Bild: www.pantipmarket.com

Sie sind der Trend dieses Sommers - die bunten Silikonbändchen für das Handgelenk. Modeaccessoire und ursprünglich Spende für eine gute Sache. Mittlerweile gibt es sie in allen erdenklichen Farben, mit und ohne Charity-Gedanken.

Angefangen hat alles im Mai 2004 mit dem Radprofi Lance Armstrong. Nach seinem überstandenen Hodenkrebs wollte er 5 Millionen US-Dollar für die Krebsforschung sammeln. Er tat sich mit dem Sportartikelhersteller „Nike“ zusammen und heraus kam das gelbe „Wristband“ mit dem Aufdruck „LIVE STRONG“. Von dem 1 Dollar Kaufpreis kommen 75 Cent in die Armstrong Krebsfoundation. Von den Bändchen wurden bis jetzt über 20 Millionen Stück verkauft und in die Foundation flossen insgesamt bisher 40 Millionen Dollar, wobei die erste Million von der Firma Nike gespendet wurde. Die gelben Bänder sind so begehrt, dass die Geschäfte auf die Nachlieferungen wochenlang warten müssen.

Prominente Träger des gelben Bandes sind: Lance Armstrong, Sheryl Crow, John Kerry, Tom Hanks, Matt Damon und Faye Dunaway.

Im Februar 2005 brachte dann der Arsenal-London-Spieler Thierry Henry mit Nike das schwarz-weiße Doppelband „STAND UP SPEAK UP“ auf den Markt und trat eine wahre Lawine los. Anlass war die Beschimpfung Henrys durch dessen Trainer Luis Aragonés, der einen Mitspieler Henrys mit den Worten „Zeig dem beschissenen Schwarzen, dass du besser bist“, motivieren wollte. In der Folge wurden schwarze Fußballer wieder vermehrt mit Affen-Geräuschen im Stadion empfangen. Thierry Henry gewann Nike für eine Initiative gegen den alltäglichen Rassismus und das ineinander verschlungene schwarz-weiße Band war geboren. Es soll die Verbindung zwischen Spielern aller Hautfarben symbolisieren. Ein Stück aus der 5-Millionen-Auflage der Bänder ist kaum noch zu ergattern und Nike lässt nachproduzieren. Pro Band werden 2 Euro gespendet und fließen in die König-Baudouin-Stiftung in Brüssel, die Projekte gegen Rassismus in ganz Europa unterstützt.

Wer trägt es? Thierry Henry, Ronaldinho, Christian Metzelder, Otto Addo und Benjamin Lauth.

Viele andere Organisationen sind inzwischen auf den Trend aufgesprungen, sodass es zahlreiche andere Charitybänder gibt. Hier einige Beispiele:

Weiß: Zuerst gestartet von Bono (Sänger der irischen Kultband U2 ), Kampagne gegen Armut und Aids „ONE-THE CAMPAIGN TO MAKE POVERTY HISTORY“. Dann von der Hilfsorganisation „Oxfam” „DEINE STIMME GEGEN ARMUT“ - auf den Live-8-Konzerten des Organisators Bob Geldof sah man sie rund um den Globus. (Träger: Robbie Williams, Madonna, George Clooney, Brad Pitt, Claudia Schiffer und Orlando Bloom.)

Pink: Sammelt für die Brustkrebsforschung und Aufklärung „BELIEVE”. (Kylie Minogue und Nicole Kidman)

Magenta: Steht mit „HOPE“ für Solidarität mit MS-Kranken auf der ganzen Welt. (Shakira, Tony Blair, Eva Longoria und Paul Rodgers)

Blau: „BEAT BULLYING“ in Großbritannien zur Prävention von Gewalt und Rassismus an Schulen. (David Beckham, Mel B, Mel C, Emma Bunton und Bananarama)

Olivgrün: Sammelt für US-Soldaten im Auslandseinsatz. (Carole King, Mariah Carey und Joyce Rumsfeld)

Rot: Kampagne von Esprit zum 50. Geburtstag der SOS Kinderdörfer „FOR MY BEST FRIEND“. Nach 2 Wochen waren alle 50.000 Stück ausverkauft.

Man trägt lila für den Tierschutz oder bekennt Farbe für Diabetes.

Doch nicht nur wohltätige Zwecke lassen sich mit den bunten Bändchen unterstützen, sogar seinem Fußballverein kann man auf diese Art finanziell unter die Arme greifen. In Deutschland sammelt der BVB mit gelb-schwarzen Bändchen, die für 10 Euro pro Stück zu erhalten sind, für den finanziellen Erhalt des Fußballvereins. Diese Solidaritätsbekundung ist wohl die Teuerste unter den Silikonbändern.

Inzwischen gibt es eine verwirrende Vielfalt und unzählige Bänder, die nicht, wie ursprünglich geplant, zur Unterstützung wohltätiger Zwecke verkauft werden. Stattdessen nutzen deren Macher den Trend aus und stecken sich das Geld selbst in die Tasche. Diese nachgemachten „Nur-Mode-Bändchen“ sind schon für 50 Cent das Stück oder sogar in der 10er Tüte für 1,99 Euro zu haben. Sie machen allerdings nur ihre Verkäufer reich und unterstützen kein gemeinnütziges Projekt.

Die „echten“ Bändchen kosten zwischen 1,99 Euro und 2,99 Euro beziehungsweise 1 US-Dollar.

Wenn man also mit dem Erwerb der Bändchen einen guten Zweck unterstützen möchte, dann sollte man darauf achten, ein Original zu erwischen!

Weitere Infos / Bestellseiten:

Gelb: www.wearyellow.com
Schwarz-Weiß: www.standupspeakup.com
Weiß: www.one.org, www.oxfam.org, www.styleon.de, www.deine-Stimme-gegen-Armut.de
Magenta: www.nationalssociety.org
Blau: www.beatbullying.org, www.styleon.de
Olivgrün: www.uso.org



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