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Gedenktag zum Bau der Berliner Mauer


21.08.2007 (J. Rohrbach) Kategorie: Kultur

Bild: www.apolda.de

Am 13. August 2007 war der 46. Gedenktag zum Bau der Berliner Mauer. Sie trennte West-Berlin 28 Jahre lang vom Ostteil der Stadt und dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und ist damit eines der bekanntesten Symbole für den Kalten Krieg und die Teilung Deutschlands.

Nach Gründung der DDR 1949 wanderten zunehmend Bürger in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) aus. Um das zu verhindern, sicherte die DDR-Regierung die innerdeutsche Grenze mit Hilfe von Zäunen, Wachen und verschiedenen Alarmvorrichtungen. Die fünf Kilometer breite Sperrzone durfte nur mit Sondergenehmigung betreten werden. Die Grenze zwischen West- und Ost-Berlin blieb jedoch offen und somit die Möglichkeit für Ost-Berliner in den Westen zu flüchten. Viele gut ausgebildete junge Polen und Tschechen nutzten das „Tor zum Westen“ und wanderten ab. Da die Landflucht und auch der Schwarzmarkt mit der Ostmark die Wirtschaftskraft der DDR und damit den Bestand derselben gefährdete, wurde in der DDR der Bau der Berliner Mauer geplant.

Bei dem Plan handelte es sich zuerst um ein gut gehütetes Staatsgeheimnis, das in der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 umgesetzt wurde. Sämtliche Straßen und Gleiswege nach West-Berlin wurden von der Nationalen Volksarmee (NVA), Deutscher Grenzpolizei, Volkspolizei und Angehörigen der Betriebskampfgruppen gesperrt. Der Bau der Mauer hatte begonnen. Fenster und Eingänge von Häusern, die auf dem Grenzstreifen standen, wurden zugemauert, die Schächte der Kanalisation vergittert und Brücken abgerissen.

Seit dem 23. August 1961 war West-Berlinern das Betreten von Ost-Berlin untersagt. Viele Ost-Berliner verloren ihr Leben bei dem Versuch, die Mauer zu überqueren. Genaue Angaben zu den Todesopfern gibt es nicht, da Todesfälle an der Grenze der DDR systematisch verschleiert wurden. Die Zahl schwankt zwischen 86 und 238 Opfern.

Die Berliner Mauer fiel in der Nacht vom 9. November 1989, nach lang anhaltenden Protesten für die Reisefreiheit, vor allem auf den so genannten Montagsdemonstrationen in Leipzig. Um 18:57 Uhr teilte das SED-Politbüromitglied Günter Schabowski in einer Pressemitteilung mit, dass Genehmigungen für Privatreisen ohne Vorliegen von bestimmten Vorraussetzungen kurzfristig erteilt werden. Kurze Zeit später stauten sich die Menschen an den Berliner Grenzübergängen. Die Grenzübergangsstelle an der Bornholmer Straße öffnete um 23:14 Uhr als erste, woraufhin tagelang die Wiedervereinigung gefeiert wurde, die erst elf Monate später formell in Kraft trat.

Zunächst wurde die Mauer weiter wie gewohnt bewacht, die Grenzübertritte blieben kontrolliert. Doch nach der überraschenden Öffnung von zehn weiteren Grenzübergängen, unter anderem am Potsdamer Platz und in der Bernauer Straße, wurde die Bewachung an den Grenzübergängen immer lockerer, bis sie am 1. Juli 1990 gänzlich eingestellt wurde. Der offizielle Abriss der Mauer begann.

Heute ist der ehemalige Grenzstreifen in Berlin noch an vielen Stellen gut erkennbar. Der so genannte „Mauerpark“ im Bezirk Prenzlauer Berg nutzt beispielsweise einen Teil des Verlaufs der ehemaligen Mauer und erhielt dementsprechend seinen Namen. Der „Berliner Mauerweg“ ist ein 160 Kilometer langer Rad- und Fußweg, der entlang des Mauerstreifens um den gesamten westlichen Teil Berlins verläuft. Seit 2005 ist er komplett ausgeschildert und bis auf kleinere Abschnitte asphaltiert. Reste der Mauer sind zum Beispiel in der Niederkirchnerstraße in Berlin-Mitte und in der Mühlenstraße an der Spree zu sehen. Letztgenannter Mauerrest wird als „East Side Gallery“ bezeichnet, da er 1990 von internationalen Künstlern gestaltet wurde und so heute ein beliebtes Touristenziel darstellt.

Kleinere Teile der Mauer finden sich auf der ganzen Welt. So steht ein Teilstück zum Beispiel vor der Ronald Reagan Presidential Library in Simi Valley (Kalifornien), ein anderes vor dem EU-Parlament in Brüssel (Belgien). Sogar im Skulpturengarten der UNO in New York erinnert ein Mauerrest daran, dass dauerhafter Frieden nur durch die Überwindung von Grenzen entstehen kann.



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