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Der VW-Personalvorstand Peter Hartz ist am 8. Juli 2005 von seinem Amt zurückgetreten. Zuvor hatte er dem Aufsichtsrat bereits seinen Rücktritt angeboten, worüber das Kontrollgremium hatte entscheiden müssen. Christian Wulff, Ministerpräsident von Niedersachsen, hatte dafür plädiert, seinen Rücktritt anzunehmen.
Hartz war wegen angeblich nicht kontrollierter Reisen der Arbeitnehmervertretung in schlechtes Licht gerückt. Zudem soll er angeblich dem Betriebsrat ein Budget mit einer siebenstelligen Euro-Summe ausgehändigt haben, deren Verwendung auf seine Anweisung hin nicht weiter kontrolliert worden sein soll. Diese Aktion brachte Hartz den Vorwurf ein, er habe damit den Betriebsrat kaufen oder vor schwierigen Entscheidungen kompromissbereit stimmen wollen. All diese Vorwürfe wies Hartz jedoch von sich.
VW Aufsichtsrat Ferdinand Piech hatte sich bis zuletzt für Peter Hartz eingesetzt und die ersten Rücktrittsgerüchte klar dementiert. Doch im Verlauf der VW-Affäre geriet Hartz immer mehr unter Druck. Gerüchte wurden verlautbar, nach denen es angeblich Lustreisen und wilde Eskapaden der Betriebsräte gegeben haben soll. Hartz soll die entsprechenden Belege dafür abgezeichnet haben, wofür jedoch bislang keinerlei Beweise auftauchten. VW fürchtet, dass in den Unterlagen des Mit-Hauptverdächtigen Klaus-Joachim Gebauer (ehemaliger VW-Manager) doch noch handfeste Hinweise für eine wie auch immer geartete Verwicklung von Hartz´ fragwürdiges Spesenverhalten gefunden werden könnte.
Der Auslöser der VW-Affäre jedoch war die Anzeige gegen Helmut Schuster. Helmut Schuster war ehemaliger Personalchef der VW-Tochter Skoda. Schuster soll Geld, das dem Konzern zugestanden hätte, auf private Konten umgeleitet haben und außerdem ein weltweites Netz von Tarnfirmen entwickelt haben. Zulieferer berichteten, dass VW-Mitarbeiter Schmiergeld von ihnen gefordert hätten. Der Ex-VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer ist ebenfalls wegen des Verdachtes auf Betrug und Untreue angezeigt worden, da er mit Helmut Schuster zusammengearbeitet haben soll.
Peter Hartz trat mit der Absicht zurück, Schaden vom Konzern abwenden zu wollen. Er übernehme mit seinem Rücktritt die Verantwortung für die Unregelmäßigkeiten einzelner Mitarbeiter. Er sagte zu seinem Rücktritt, es sei selbstverständlich, dass ,,ich mich der übergeordneten Verantwortung für Vorgänge in meinem Zuständigkeitsbereich stelle und die Konsequenzen persönlich trage“.
Die Suche nach einem Hartz-Nachfolger läuft. Nach dem Willen der Anteilseigner und des Vorstands soll der neue Mann von außen kommen, um einen glaubhaften Neuanfang zu vermitteln. Jedoch braucht es dazu die Zustimmung der Arbeitnehmer und der IG Metall, da für die Wahl des Arbeitsdirektors und Personalvorstands eine Zweidrittelmehrheit im Aufsichtsrat von Nöten ist.
Peter Hartz ist es nicht leicht gefallen, zurückzutreten. Er hatte bis zuletzt gehofft, einen Rücktritt vermeiden zu können, da er im Wissen darüber gewesen war, dass ihm der Schritt des Rücktritts als ein Schuldanerkenntnis ausgelegt werden könnte.
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte zu Hartz´ Rücktritt: ,,Ich bedaure, dass Peter Hartz sich zum Rücktritt entschlossen hat. Mit Respekt betrachte ich seine Entscheidung, damit die Verantwortung für Unregelmäßigkeiten seiner Mitarbeiter zu übernehmen.“ Ebenso sagte er, dass das Rücktrittsangebot nichts an den übrigen großen Verdiensten von Hartz ändere. Er habe die Reformen um den Arbeitsmarkt in Deutschland maßgeblich vorbereitet und vorangetrieben, so Clement.
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