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„Evan Allmächtig“ ist eine Filmkomödie von Tom Shadyac, der bereits durch seine Filmpartnerschaft mit Jim Carrey bekannt ist. So führte er auch die Regie bei „Bruce Allmächtig“ (2003). In dem Film mit dem ähnlich klingenden Titel bekommt Bruce Nolan (Jim Carrey) die Macht von Gott (Morgan Freeman) geliehen, weil er sich beschwert hatte, dass der Allmächtige ihn vernachlässigen würde. Während Steve Carell bei „Bruce Allmächtig“ in einer Nebenrolle zu sehen war, hat er in dem neuen Film die Hauptrolle bekommen.
„Evan Allmächtig“ kann nicht als Fortsetzung gesehen werden, da es zwischen den beiden Filmen, bis auf die beiden Darsteller Steve Carell und Morgan Freeman, keine Anknüpfung gibt. Lediglich die Idee, dass Gott in das Leben eines Menschen eingreift und ihn dadurch verändert, wird aufgegriffen.
Handlung
Evan Baxter (Steve Carell) ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Von einem kleinen New Yorker Nachrichtensprecher ist er zum Kongressabgeordneten aufgestiegen. Das bedeutet für Evan und seine Frau Joan Baxter (Lauren Graham), dass sie mit ihren drei Jungs ins kleinstädtische Huntsville in Virginia ziehen müssen. Das neue Leben bringt der Familie eine riesengroße Villa und das Prestige-Auto aller US-Amerikaner, den Hummer.
Gerade erst gewählt, soll Evan Baxter die Gesetzesvorlage des renommierten Kongressabgeordneten Chuck Long (John Goodman) unterschreiben. Sein Team, bestehend aus der Assistentin Rita Daniels (Wanda Sykes), dem Stabchef Marty Stringer (John Michael Higgins) und dem Praktikanten Eugene Tenanbaum (Jonah Hill), unterstützt ihn nach Kräften. Doch als ihr eitler Chef plötzlich langhaarig und bärtig im Büro erscheint, verstehen sie die Welt nicht mehr. Sie können ja nicht ahnen, dass Evan Gott (Morgan Freeman) erschienen ist und er jetzt eine Arche bauen soll.
Nach Evans anfänglicher Verweigerung zwingen ihn Tiermassen, die ihn verfolgen, und immer stärkerer Bart- und Haarwuchs dazu die Arche zu bauen. Als er dann unfreiwillig mitten in einer Kongresssitzung im Noah-Kostüm steht und verkündet, dass die Flut kommt und er eine Arche baut, wird er zum Gespött eines ganzen Landes. Mitten in der Kleinstadt Huntsville siedeln sich Fernsehteams an, um dem modernen Noah bei der Arbeit zusehen zu können und alle Welt darüber auf dem Laufenden zu halten.
Für seine Frau Joan wird es zuviel und sie reist mit den Kindern ab. Gott zeigt sich gutmütig und spricht inkognito in Person des Kellners Al Mighty (Almighty = Allmächtig) mit Evans Frau. Durch ihn sieht Joan Baxter ein, dass sie für ihren Wunsch nach mehr Zusammenhalt in der Familie einiges auf sich nehmen muss. Sie kehrt mit ihren Söhnen zu ihrem Mann zurück, um ihn zu unterstützen.
Mit Hilfe seiner Familie und vielen Tieren kommt der Bau der Arche gut voran. Evan durchlebt eine Veränderung. Die Tiere, die er vorher als Bazillen-Träger angesehen hat, sind nun seine Freunde und er kann endlich einmal was mit seinen Jungs machen. Dafür hatte er als Karrieremensch nie Zeit gehabt. Der Kongressabgeordnete Chuck Long will dafür sorgen, dass die fast fertige Arche abgerissen wird. Doch genau am Stichtag bricht der vom Kongressabgeordneten Chuck Long mit Baumängeln erbaute Damm und die Flut kommt. Die Arche wird zum Lebensretter für das Städtchen.
Besetzung
Steve Carell als Evan Baxter ist vor allem bekannt aus dem 2005 erschienenen Film „Jungfrau (40), männlich, sucht“ und dem Kinofilm „Little Miss Sunshine“ (2006). Während die Kritiker ihn für die Filme in den höchsten Tönen lobten, wird er für „Evan Allmächtig“ geradezu in der Luft zerrissen. Dabei wird weniger sein schauspielerisches Können kritisiert, sondern vielmehr, dass die Rolle nicht zu ihm passt. In „Bruce Allmächtig“ spielte er noch eine Nebenrolle als Konkurrent von Bruce Nolan (Jim Carrey). Jetzt spielt er selbst die Hauptrolle und es war klar, dass er deshalb mit dem Comedy-Gott Jim Carrey verglichen wird.
Zu Morgan Freemans jüngsten Erfolgen zählen „Der Anschlag“ (2002), „Dreamcatcher“ (2003) und „Million Dollar Baby“ (2004), für welchen er einen Oscar als bester Nebendarsteller erhalten hat. Morgan Freeman spielte Gott bereits in „Bruce Allmächtig“. In „Evan Allmächtig“ ist er jedoch ein ganz anderer Gott. Während er im ersten Film noch cool, souverän und sympathisch herüber kommt, verliert er die Eigenschaften im zweiten Film teilweise.
Lauren Graham ist vor allem bekannt als eins der beiden „Gilmore Girls“ (seit 2000) und zurzeit auch im Kinofilm „Because I Said So – Von Frau zu Frau“ (2007) zu sehen. Sie hat eine sehr untypische Rolle bekommen, welche ihr wenige Möglichkeiten gibt, ihren so beliebten Charme und ihre lockere, witzige Seite zu zeigen.
John Goodman (Kongressabgeordneter Chuck Long) gelang 1988 als Dan Conner in der Sitcom „Roseanne“ der Durchbruch. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Filme „King Ralph“ (1991), „Flintstones – Die Familie Feuerstein“ (1994) und „Coyote Ugly“ (2000). Seine Rolle in „Evan Allmächtig“ zeigt kaum Überraschungen. Es ist eine typische Rolle für ihn, so kennen ihn seine Fans bereits unter anderem aus dem Film „Ein Fall für die Borger“ (1997). Doch seine bösartige Ader, die er auf eine solche charmante Art präsentiert, ist immer noch sehr unterhaltsam.
Regisseur Tom Shadyak, der unter anderem für „Ace Ventura“ (1994), „Der verrückte Professor“ (1996) und „Der Dummschwätzer“ (1997) Regie führte, ist bekannt für nette Familienunterhaltung. Auch mit seinem neusten Film schafft er es, Familien ins Kino zu locken.
Fazit
Der Film ist mit einem Budget von unglaublichen 175 Millionen US-Dollar die teuerste Komödie, die je produziert wurde. Verantwortlich dafür sind die vielen Computeranimationen der Tiere und der gigantischen Flut, welche die Arche mitten durch die Stadt befördert. Ob sich dafür das immense Budget gelohnt hat, ist fraglich. Hätte Tom Shadyak auf die Animation der afrikanischen Tiere verzichtet, wäre der Film zwar logischer gewesen, da nur das kleine Dörfchen Huntsville betroffen ist, aber die exotischen Tiere werten den Film auf. Vor allem Kinder werden von den Vierfüßlern begeistert sein.
„Evan Allmächtig“ hat die schwierige Nachfolge des Kassenerfolgs „Bruce Allmächtig“ angetreten. Doch die beiden Filme unterscheiden sich enorm. Während Bruce die Macht Gottes geliehen bekommen hat und die Allmacht genießen kann, ist die Aufgabe für Evan von Anfang an eine schwere Bürde. Er muss Karriere und Familie riskieren und der Zuschauer fragt sich oft, warum Gott Evan teilweise so belastet und zusieht, wie sein Schützling vor der gesamten Welt bloß gestellt wird. Auch Morgan Freeman als Gott verliert dadurch Sympathie-Punkte beim Zuschauer und eine Menge Coolness, die ihn bei „Bruce Allmächtig“ geradezu auszeichneten.
Der Film schwankt zwischen Komödie und Melodrama. Lauren Graham verkörpert eher eine melodramatische Rolle, während Wanda Sykes als die Assistentin Rita mit vielen trocknen und lustigen Sprüchen aufwartet. Fans von „Bruce Allmächtig“ sollten sich jedoch darüber klar sein, dass der Film wenig mit seinem Vorgänger gemeinsam hat. „Evan Allmächtig“ ist ein Familienfilm, der weniger auf Albernheiten aus ist. Vielmehr möchte er vermitteln, dass die Familie zu schätzen und die Umwelt zu schützen ist, ohne dabei in eine Moralpredigt zu verfallen. Liebhaber von schmerzenden Lachmuskeln sollten lieber auf die nächste Jim-Carrey-Komödie warten.
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