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Der Ball rollt wieder - Auch im Fernsehen


26.08.2007 (J. Wixforth) Kategorie: Sport

Bild: www.haffapartner.de

Seit dem 10. August 2007 wird in Deutschlands Fußball-Stadien wieder gespielt. Zumindest in einer Disziplin hat die Liga jetzt schon einen neuen Rekord aufgestellt: Nie wurden im Vorfeld einer Saison so viele Dauerkarten verkauft wie dieses Jahr. Was machen aber die Fußball-Fans, die keines der begehrten Tickets bekommen haben? Die Zukunft der Bundesliga im deutschen Fernsehen ist noch ungewiss und in der Gegenwart gibt es einige Veränderungen.

Eine 90-minütige Live-Übertragung der Bundesligaspiele gibt es nach wie vor nur gegen Bezahlung. Allerdings müssen sich die Pay-TV-Zuschauer ab sofort wieder an neue Gesichter, ein anderes Studio und andere Kommentatoren gewöhnen. Nach nur einem Jahr Übertragung hat der 2006 neu entstandene Bundesliga-Sender Arena den Sendebetrieb zur neuen Spielzeit schon wieder eingestellt.

Ende 2005 hatten die beiden Pay-TV-Anbieter Premiere und Arena in einem beispiellosen Gebote-Wettstreit um die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga gekämpft. Das höchste Gebot kam schließlich vom Neuling, der seitdem 240 Millionen Euro jährlich an die Deutsche Fußball Liga (DFL) zahlen muss. Damit war das jahrelange Erfolgskonzept von Premiere-Fußball erstmals gescheitert. Schon ab Ende 2006 sah sich Arena aber wieder zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten gezwungen, da Premiere den deutlich größeren Kundenstamm für sich beanspruchen kann. Obwohl das Bundeskartellamt damals Bedenken gegen die Zusammenarbeit geäußert hat, war es Premiere von dem Zeitpunkt an bereits möglich, das Arena-Programm über den eigenen Sender zu vermarkten.

Im Sommer 2007 dann die große Überraschung: Arena stellt die Bundesliga-Übertragungen wieder ein. Weil sich die teuren Rechte für die Tochter des Kabelbetreibers Unity Media nicht rentiert haben, steigt der Konzern zur Saison 2007/2008 aus dem Fußball-Geschäft aus. Da die Rechte aber nicht einfach wieder abgegeben werden können, muss Arena sie fortan an Premiere sublizenzieren. Das bedeutet, dass die Rechte nach wie vor beim alten Anbieter bleiben, der die Erlaubnis die Bundesliga zu übertragen praktisch „untervermietet“. Nach einigen vertraglichen Anpassungen stimmte schließlich auch das Bundeskartellamt der Lösung zu. In der Realität werden die 612 Spiele der ersten und zweiten Bundesliga also ab sofort wieder von der Premiere-Redaktion produziert und ausgestrahlt.

Für die rund 100-köpfige Arena-Redaktion bedeutet das, dass die meisten Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Viele der Kommentatoren waren im Sommer 2006 nicht im Einvernehmen von Premiere zum Neuling gewechselt und können sich deshalb nur geringe Chancen ausrechnen, vom alten Arbeitgeber wieder eingestellt zu werden. Auch die spektakuläre Verpflichtung von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann als Arena-Experte ist damit geplatzt. Für die Arena-Kunden soll sich erst einmal nichts ändern. Sie empfangen über die gewohnten Kanäle das Premiere-Programm.

Auch im Free-TV wird sich zunächst nichts ändern. Die ARD fasst die Bundesliga-Partien in der Sportschau wie gewohnt samstags ab 18.30 Uhr zusammen. Im ZDF berichtet dann das „Aktuelle Sportstudio“ nach 22 Uhr noch einmal vom Spieltag. Während das Freitagabend-Spiel exklusiv im Pay-TV zu sehen ist, werden Ausschnitte aus den beiden Sonntags-Partien genau wie in der letzten Spielzeit ab 22 Uhr im DSF zu sehen sein.

Ob das Übertragungskonzept im frei empfangbaren Fernsehen allerdings in der Zukunft Bestand hat, muss abgewartet werden. Der vor kurzem zurückgetretene Premiere-Chef Georg Kofler hatte stets mehr Exklusivität für die Bundesliga-Übertragungen im Pay-TV gefordert. Gemeint war damit, dass die ersten Zusammenfassungen im Free-TV auf den späten Samstagabend verbannt werden sollten. Eine solche Verschiebung lehnt die ARD aber strikt ab: „Eine Sportschau um 22 Uhr ist ausgeschlossen“, versicherte der WDR-Sport-Chef Steffen Simon. Der neue Premiere-Chef Michael Börnicke schlägt allerdings versöhnlichere Töne an: Unter bestimmten, noch zu vereinbarenden Voraussetzungen könne der Sender mit der Sportschau auf dem derzeitigen Sendeplatz durchaus leben, hieß es aus München.

Die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft allerdings werden wohl auch weiterhin live bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu sehen sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) signalisierte jüngst die Bereitschaft, den 2009 auslaufenden Vertrag mit ARD und ZDF zu verlängern. „Die Prognose, dass wir mit den Länderspielen bei ARD und ZDF über 2009 hinaus bleiben werden, ist nicht gewagt“, erklärte DFB-Direktor Wolfgang Niersbach in Frankfurt. Die Fußball-Fans in Deutschland werden also auch in Zukunft umfassend versorgt.



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