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Förderung der Internetkompetenz bei Kindern


27.08.2007 (C. Wiechert) Kategorie: Computer

Bild: www.europarl.europa.eu

Das Internet hat sich in den letzten Jahren rasant durchgesetzt und mittlerweile ist es kaum noch aus unserem Leben wegzudenken. Neben den Vorteilen, die das neue Medium bietet, gibt es jedoch auch Gefahren, die im World Wide Web lauern. Gerade Kindern wird damit ein Zugang zu Seiten geboten, die für sie nicht geeignet sind. Darum wird es immer wichtiger, dass Kinder lernen mit dem Internet umzugehen und die nötige Kompetenz zu erwerben.

Die Förderung der Internetkompetenz von Kindern liegt in den Händen mehrerer Instanzen. Eltern und Lehrer sind dafür zuständig, dass ein vernünftiger Umgang mit dem Internet erlernt wird.

Probleme, die sich ergeben können

Kinder haben oft Probleme damit, sich im Internet zu Recht zu finden. Das Lesen erfolgt über Hypertexte. Das bedeutet, dass die einzelnen Texte über Hyperlinks miteinander verbunden sind und der Leser sich im Allgemeinen über Links durch die verschiedenen Textebenen bewegt. Dadurch entsteht eine Nicht-Linearität beim Lesen. Der Leser hat die Möglichkeit über unterschiedliche Links den Text zu lesen, anders als bei Büchern, in denen der Lesepfad vorgegeben ist. Das kann zu Unübersichtlichkeit führen, da der Überblick über die Struktur des Hypertextes nicht gegeben ist. Besonders für Kinder im Grundschulalter entsteht Orientierungslosigkeit, die durch Links verstärkt wird, die sich in neuen Fenstern öffnen. Kinder haben Probleme zu erkennen, dass sie sich nicht mehr auf der selben Seite wie vorher befinden. Hilflosigkeit kann sich auch bei Links ergeben, die ins Nirgendwo führen, bei denen also kein Inhalt angezeigt wird.

Ebenfalls problematisch sind Suchmaschinen. Sie bieten zwar eine Fülle von Informationen, es müssen jedoch erst die passenden herausgefiltert werden. Für Kinder ist es schwierig, aus den vielen Suchergebnissen die wichtigen von den unwichtigen zu trennen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie auf Seiten gelangen, die nicht für sie geeignet sind. Hierzu zählen Glücks- und Gewinnspielseiten, Pornografiedarstellungen, Nazi- und Rassismusseiten, Gewalt verherrlichende Webseiten sowie Seiten ab 18 Jahren. Gefährlich können auch die Meinungsbeeinflussung und die viele Werbung sein. Kinder- und Jugendschutz ist im Internet unzureichend oder gar nicht gegeben.

Aufgabe der Eltern

Es ist vor allem wichtig, dass Eltern in der Lage sind, selbst mit dem Internet umzugehen. Sie sollten Viren-Software installieren und Filterprogramme verwenden, die Webseiten mit bestimmten Stichwörtern blockieren. „Kindersicherungen“ von Internetanbietern sind hier hilfreich. Sie können unter anderem so eingestellt werden, dass das Kind nur bestimmte Zeit im Internet verbringt. Außerdem können ungeeignete Seiten damit blockiert werden.

Solche Maßnahmen sind sinnvoll, aber sollten nicht der einzige Schutz sein. Pädagogen raten, dass Eltern zusammen mit ihren Kindern im Internet surfen. Wenn Probleme auftauchen, wie zum Beispiel Orientierungslosigkeit, dann können sie durch das Eingreifen der Eltern behoben werden. Sinnvoll ist es auch als Elternteil mit dem Kind über die Internetnutzung zu reden. Es kann zum Beispiel nachgefragt werden, was im Internet gelesen wurde.

Eltern sollten immer im Bild über die Internetgewohnheiten ihrer Kinder sein und auf Verhaltensweisen achten, die auf Gefährdungen hinweisen. Darunter kann fallen, dass das Kind mehr Zeit im Internet als mit der Familie oder Freunden verbringt. Ein anderer Hinweis ist, wenn das Kind vor allem nachts am Computer sitzt oder wenn es das Programm wechselt, wenn ein Elternteil ins Zimmer kommt.

Kinder, zumindest ab einem gewissen Alter, sollten über Gefahren des Internets aufgeklärt werden, gerade weil der Kinder- und Jugendschutz in dem Bereich vernachlässigt wird. Sie müssen darauf hingewiesen werden, dass sie keine persönlichen Daten wie Anschrift und Telefonnummer weitergeben dürfen.

Unterstützung durch Lehrer

Im Unterricht kann der Umgang mit dem Internet gelernt werden – insbesondere die Suche mit Suchmaschinen. Suchstrategien können gezielt geübt werden. Dazu gehört beispielsweise das Formulieren von geeigneten Suchworten. Recherche-Aufgaben können dafür hilfreich sein.

Der Lehrer kann zusätzlich Hinweise auf Webseiten geben, die mit bestimmten Inhalten zu tun haben. Ebenso kann er den Schülern helfen, sich im Internet zu Recht zu finden und Orientierungsprobleme vermeiden. Hilfreich sind Tipps wie das Setzen von Lesezeichen im Browser oder die Verwendung des „Back-Buttons“.

Es gibt Angebote im Internet, die speziell auf Kinder zugeschnitten sind. Dazu gehört die Suchmaschine „Blinde Kuh“, die bereits seit 1997 im Internet zu finden ist. Auf der Seite können sie ungestört surfen, da die Inhalte extra für Kinder ausgewählt wurden. Neben der Nutzung der Suchmaschine gibt es einen Chat, Angebote zum Mitmachen wie zum Beispiel das Schreiben von Geschichten und vieles mehr.

Fazit

Es ist wichtig, dass Kindern der Umgang mit dem Internet vermittelt wird, um mögliche Probleme, die auftreten können, zu vermeiden oder beheben. Eltern und Lehrer sollten schon frühzeitig auf die Gefahren hinweisen, damit Kinder lernen können selbst für Sicherheit zu sorgen. Die Verantwortung liegt jedoch immer noch hauptsächlich bei den Eltern.

Informationen und eine Reihe von Links zum Thema Medien- und Internetkompetenz finden Sie auf: www.polizei-beratung.de. Außerdem bietet das „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ Broschüren zum Thema „Kinder und Internet“ zum kostenlosen Download: www.bmfsfj.de



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