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Klimawandel beschert Boom für Bauwirtschaft


28.08.2007 (J. Brodski) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.bildarchiv-hamburg.de

Klimawandel, schmelzende Gletscher, Autoabgase und Luftverschmutzung sind momentan oft diskutierte Themen. Umweltschutz hat in zahllosen Debatten oberste Priorität. Ob Wetterfee oder Autohersteller, die Menschheit stellt sich bereits jetzt auf die Erderwärmung ein. Dass die Erderwärmung jedoch nicht nur Negatives mit sich bringt, zeigt die Bauwirtschaft.

Bei warmem Wetter kann Frostschutzmittel, das den Baustoffen beigefügt werden muss, gespart werden. Auch der Bau von Wärme spendenden Unterkünften für die Arbeitskräfte ist nicht notwendig. Das Abdichten von durch Frost und Eis gefährdeten Öffnungen gehört nicht mehr zu den zusätzlichen Aufgaben der Arbeiter, ebenso wenig wie das Schneeschippen.

Eine weitere, auf den ersten Blick scheinbar banale positive Nebenwirkung des verfrühten Frühjahrs war die Verbesserung des Arbeitsklimas. Sommerliches, sonniges Wetter hebt die Laune aller Beteiligten. Außerdem hat es Motivation und Arbeitsfleiß zur Folge. Ein zusätzlicher Effekt ist, dass während der winterlichen Kälte nur ein langsames Vorankommen möglich ist. Der frühe Frühlingseinbruch erleichtert die Arbeit und führt zu Arbeitszeiten bis 22 Uhr.

Das beste Beispiel für den aufblühenden Bauboom bietet Kärnten. Das im Süden Österreichs gelegene Bundesland kann im Jahr 2007 in seiner Baubranche knapp 700 Arbeitslose weniger als im letzten Jahr dokumentieren. Zurzeit befinden sich die Bauarbeiten der Errichtung eines neuen Fußballstadions für die Fußball-Europameisterschaft 2008 vor dem erarbeiteten Zeitplan. Eine Tatsache, die nicht zuletzt dem guten Wetter zu verdanken ist.

Anfang Juni 2007 stellte die Deutsche Bank ihre Klimastudie in Frankfurt am Main vor. Aus ihr geht hervor, dass durch den Klimawandel entstehende Umweltkatastrophen ebenfalls positive Auswirkungen auf die Bauwirtschaft haben. Demnach zu Folge lägen enorme Potenziale in der energetischen Sanierung von Gebäuden. Außerdem könne die Beseitigung von Schäden nach extremen Wetterereignissen eine Sonderkonjunktur auslösen.

So scheint es wohl doch noch Gebiete beziehungsweise Branchen zu geben, die aus dem ansonsten durch und durch negativ zu bewertenden Klimawandel Profit ziehen können.



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