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In einer sich ständig verändernden und zunehmend global agierenden Marktwirtschaft müssen sich Unternehmen den Herausforderungen und den schnellen Veränderungsprozessen der Wirtschaftssysteme stellen. Sind Arbeitsgemeinschaften in diesen Prozess involviert oder sollen vorhandene Gruppenstrukturen verändert werden, ist Teamentwicklung (Supervision) für eine erfolgreiche Unternehmensoptimierung von besonderer Bedeutung.
Der Zeitgeist der Teamentwicklung hat in vielen Unternehmen Einzug gehalten und gilt zunehmend als modern. Gleichzeitig birgt er in sich viele Vorteile für die Organisationen und ihre Mitarbeiter: Bewältigung komplexer Fragestellungen, erhöhte Kreativität und Effizienz, persönliche Bereicherung und nicht zuletzt mehr Spaß an der Arbeit.
Doch was macht eigentlich Teamentwicklung aus? Life-Go hat nachgefragte, bei Bernhild Schrand und Christina Dörrbecker. Bernhild Schrand ist Soziologin und ein selbständiger Coach. Sie bildet Supervisoren an der Leibniz Universität Hannover aus. Christina Dörrbecker ist Krankenschwester, Heilpraktikerin und nahm an einer Supervisions-Ausbildung teil.
Life-Go: Gibt es ein Patentrezept für erfolgreiche Teamzusammenarbeit?
Christina Dörrbecker: „Es gibt kein Patentrezept für erfolgreiche Teamentwicklung. Jedes Team-Mitglied hat verschiedene Eigenschaften, die es zu erkennen gilt. Teamarbeit ist ständig im Fluss, fortwährend in einem Entwicklungs- und Veränderungsprozess.“
Bernhild Schrand: „Jedes Team findet selbst seine individuellen Back- oder Kochrezepte um gut zusammenzuarbeiten. Dabei definiert jede Gruppe selbst die Menge der Zutaten, die sie in den Gruppenprozesses hinzufügt. In einem Gruppenprozess muss differenziert werden zwischen ‚Hausmannskost’ und ‚Delikatessen’. Ein Team das als ‚Hausmannskost’ eingestuft wird, ist in der Lage zu hinterfragen: Wer bringt welche Fachkompetenz mit? Welche Zuständigkeiten gibt es im Team? Wo liegen die Interessen der Teammitglieder? Wie verläuft die Kommunikation und wie lassen sich Konflikte regeln? Hingegen eine ‚Delikatesse’ zu sein, heißt zu wissen, welche Person in der Gruppe in welchem Feld – sei es fachlich oder sozial – Exzellenz besitzt. Aber auch wie Potenziale gefördert und Talente entdeckt werden können.“
Life-Go: Welche Aufgabe hat ein Coach während einer Supervision/Teamentwicklung?
Bernhild Schrand: „Es werden viele verschiedene Methoden und Teamtechniken für die Arbeit mit Gruppen kennen gelernt. Manchmal hilft reden allein nicht weiter, dann hilft es, ein Rollenspiel zu machen, ein Bild zu malen oder ein Märchen zu schreiben. Über solche Methoden können sich Gruppen neue Perspektiven auf schwierige Themen erarbeiten und emotionalen Druck loswerden. Auf diese Weise folgt eine Auseinandersetzung mit dem ‚Ich’ und mit dem ‚Anderen’. Es gibt nicht nur eine Identität des ‚Ich’, sondern auch eine Identität für ein Team.“
Life-Go: Was für Störfaktoren/Hemmungen treten auf in einer Zusammenarbeit?
Bernhild Schrand: „Störfaktoren sind: Menschen können sich nicht leiden, Menschen sind unsicher und haben Angst vor anderen, vor dem Chef und vor der Arbeit. Teams fühlen sich unter- bzw. überfordert. In solchen Situationen werden Menschen biestig und beschimpfen sich gegenseitig, werden aber auch ungerecht zueinander. Unklare Strukturen sind ebenfalls Störfaktoren.“
Christiana Dörrbecker: „Das Erkennen dieser Hemmungen und Störungen, ist der erste Schritt in Richtung auf eine bessere Zusammenarbeit und symbolisiert Bereitschaft für die Supervision.“
Life-Go: Warum findet so wenig Teamentwicklung in Organisationen statt?
Bernhild Schrand: „Weil das die Organisationen Zeit und Geld kostet. Wer sich aber diese Unterstützung holt, schafft Qualität im eigenen Hause. Zugleich dient Teamentwicklung der Persönlichkeitsentwicklung. Leider lernen Menschen immer noch zu wenig bewusst in Gruppen zu arbeiten.“
Life-Go: Was stellt Supervision/Teamentwicklung für Sie dar?
Christina Dörrbecker: „Ein Netz mit anderen Menschen wird geschaffen.“
Bernhild Schrand: „Verschafft ein Bild von Zugehörigkeit. Informationsaustausch findet statt und lässt die Handlungsspielraum deutlicher hervortreten.“
Bereitschaft und Kompetenz zur Teamarbeit sind Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. Teamfähigkeit ist eine Qualifikation, die sich in der kontinuierlichen Auseinandersetzung innerhalb einer Arbeitsgruppe ausbilden lässt. Der Schlüssel für Begeisterung und Motivation liegt im Potential jeder einzelnen Abteilung, denn jedes Team ist einzigartig. Gemeinschaftliche Arbeit ebnet nicht nur den Weg zu neuen Lösungen, Mehrwerten und Synergien, sondern schafft das nötige Engagement auf allen Seiten, um Projekte zum Erfolg zu führen.
Ein funktionierendes Team, das gemeinsam und erfolgreich für ein Unternehmen arbeitet, ist in der heutigen Arbeitswelt unabdingbar. Wie viel Einfluss die Faktoren des menschlichen Miteinanders auf unsere Leistungen haben, ist heute mehrfach erwiesen. Ziel von Teamentwicklungs-Maßnahmen ist es diese Faktoren positiv zu beeinflussen und somit die Leistungen der Mitarbeiter zu steigern! Teamorientiert zu sein, gilt also nicht nur als „trendy“, sondern ist für entscheidende Aufgaben in Unternehmen zur unbedingten charakterlichen Voraussetzung geworden.
Spitzenleistungen in Gruppen sind schließlich kein Geschenk des Himmels, sondern das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen eines möglichst gut eingespielten Teams. Daher ist Teamentwicklung insbesondere dann notwenig und dringlich, wenn sich akute Probleme oder Konflikte in einer oder zwischen verschiedenen Arbeitsgruppen eingestellt haben. Wichtig ist es dann das Team zur Erarbeitung nachhaltiger Lösungen zu führen, die es im Hinblick auf seine Aufgaben und zwischenmenschlichen Beziehungen weiterbringen.
Lebenslanges Lernen ist nicht nur für das einzelne Individuum notwendig um sich in Zeiten des permanenten Wandels behaupten zu können. Auch Organisationen und ihre Teams müssen immer wieder in einen Lernzyklus einsteigen um den Anforderungen der Marktwirtschaft standhalten zu können.
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