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Die „SOS-Kinderdörfer“ stehen für kleine Dorfgemeinschaften, in denen hilfsbedürftige Kinder ein neues Zuhause finden können. Vor 50 Jahren wurde auch in Deutschland das erste Dorf dieser Art gegründet. Mittlerweile gibt es ein großes Netzwerk, das Kinder auf vielfältige Weise betreut.
Entstanden sind die SOS-Kinderdörfer aber nicht in Deutschland. Die Idee hatte der Österreicher Hermann Gmeiner. Er eröffnete 1949 in Imst in Tirol eine Dorfgemeinschaft für eltern- und heimatlose Kinder. Dort lebten sie in „Kinderdorffamilien“ mit jeweils einer „Kinderdorfmutter“ als feste Bezugsperson. Das Projekt „SOS-Kinderdorf“ war rasch erfolgreich und setzte sich auch in anderen Ländern durch. Der Dachverband SOS-Kinderdorf-International wurde 1960 in Wien gegründet.
Die deutsche Sektion entstand am 8. Februar 1955. Anlässlich dieses 50. Jubiläums besteht laut dem deutschen SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Kay Vorwerk Grund zur Freude: Innerhalb eines halben Jahrhunderts habe sich der Verein zu einem vielfältigen Kinder- und Jugendhilfeträger entwickelt. In Kinderdörfern werden rund 1.200, in Beratungszentren, Ausbildungshilfen und Behindertenbetreuungsstätten 20.000 Kindern geholfen.
Der Grundstein für die erfolgreiche Arbeit wurde in Bayern gelegt. Das erste SOS-Dorf wurde 1956 in Dießen am Ammersee aufgebaut. Mittlerweile existieren in Deutschland über 50 Einrichtungen. Weltweit sind es über 430 Dörfer und weitere 1.100 SOS-Einrichtungen in 131 Ländern.
In Deutschland entscheiden Jugendämter und Vormundschaftsgerichte, ob ein Kind aus seiner Familie herausgenommen wird, um in einem SOS-Dorf zu leben, sofern das Kind nicht ohnehin Waise ist. Die Gründe sind meist Krankheit, Drogenmissbrauch und Armut in der Herkunftsfamilie. Die Aufnahmeentscheidung treffen aber alle Beteiligten gemeinsam: Kind, Eltern, Kinderdorf-Mutter, Dorfleitung und Amt.
Prominente Unterstützung
2,3 Millionen Förderer und 25.000 Paten helfen mit Spenden beim Lebensunterhalt. Unter den 170 prominenten „SOS-Botschaftern“ sind Ikonen wie Verona Pooth, die drei Patenschaften für Kinder aus Bolivien (ihre Heimat), Chile und Uruguay übernommen und ein SOS-Kinderdorf in Bolivien eröffnete, vertreten. Außerdem engagieren sich viele Bayern - unter anderem setzen sich Karin Stoiber, Markus Wasmeier, Roman Herzog, Patrick Lindner und Alfons Schubeck für die Belange der Kinder ein.
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