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Rauchen Verboten! Verschärfte Anti-Raucher-Gesetze treten in Kraft


11.09.2007 (J. Wixforth) Kategorie: Politik

Bild: www.nzz.ch

Ob Raucher oder nicht: Jeder hat sich wohl schon einmal über den qualmenden Glimmstängel im Restaurant am Nebentisch geärgert, der einem den Appetit schnell vergehen lässt. Der Kampf gegen den lästigen Zigarettenqualm ist nicht neu. Viele europäische Länder haben es sich mittlerweile auf die Fahnen geschrieben, rigoros gegen Tabakkonsum in der Öffentlichkeit vorzugehen. In Deutschland wird das Thema seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert. Bundesweit verbindliche Maßnahmen scheiterten bis jetzt jedoch häufig an mangelnder Einigkeit der Bundesländer. Zumindest in einigen Bereichen konnten sich die Gesundheitsminister aber nun auf allgemeingültige Regelungen einigen, die seit dem 1. September 2007 in Kraft getreten sind.

So stellten Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und Bahnchef Hartmut Mehdorn jüngst in Berlin den ersten rauchfreien ICE vor. Das riesige „Rauchen Verboten“-Zeichen an der Lok des Zuges steht symbolisch für ein neues Zeitalter von Bahnreisen. Die klassischen Raucherabteile, in denen die Reisenden zumindest in den älteren Zügen oft die Hände nicht vor den Augen sehen konnten, gehören seit dem 1. September 2007 endgültig der Vergangenheit an. Wer mit der Bahn reisen will, muss künftig gewillt und in der Lage sein, für die Dauer der Fahrt auf die gewohnte Zigarette zu verzichten. Vor dem Einsteigen in den Zug ist das Rauchen nur noch in abgetrennten Raucherbereichen auf Bahnsteigen der Bahnhöfe möglich, die von mehr als 10.000 Reisenden genutzt werden.

Auch in allen Taxis, Bussen und U-Bahnen ist das Rauchen künftig gesetzlich untersagt. Das so genannte „Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens“ soll dabei vor allem die schützen, die gar nicht selbst an der Zigarette ziehen. Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sterben jährlich 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Nicht nur der Ort, sondern auch das Alter wird künftig in strengerer Weise darüber entscheiden, ob zur Zigarette gegriffen werden darf oder nicht. Die bisherige Altersgrenze von 16 Jahren steigt ab sofort auf 18 Jahre an. Damit ist sowohl der Kauf, als auch der Konsum von Tabakwaren für Minderjährige verboten. Jugendliche, die in der Öffentlichkeit beim Rauchen erwischt werden, müssen genau wie Einzelhändler, die Tabakwaren an Minderjährige verkaufen, mit hohen Geldstrafen rechnen.

Was aber ist mit den eigentlichen Hochburgen der Raucher? Eine einheitliche Regelung für Bars und Restaurants gibt es in Deutschland derzeit noch nicht. Viele Bundesländer schreiben ihren Wirten aber bereits heute vor, abgetrennte Raucherzonen einzurichten oder das Rauchen ganz zu untersagen. Ab dem 1. Januar 2008 tritt allerdings ein bundesweites Gesetz zum Rauchverbot in Gemeinschaftsräumen in Kraft, welches den Zigarettenkonsum in Gaststätten weitgehend verbietet.

Obwohl das Modell in verschiedenen europäischen Ländern bereits seit einiger Zeit erfolgreich läuft, wird ein generelles Rauchverbot in Gaststätten in Deutschland nach wie vor scharf kritisiert. Viele Gastronomen befürchten das Wegbleiben der rauchenden Kundschaft. Einige „Eckkneipen“ gehen sogar von einem Umsatzrückgang aus, der nicht mehr aufzufangen wäre. Selbst alle Spielcasinos, in denen die Zigarre am Roulette-Tisch oftmals zum guten Standard gehört, wären von einem generellen Verbot betroffen. Die Erfahrungen in anderen Ländern wie Italien oder Irland zeigen allerdings, dass eine bestehende Cafe- oder Pub-Kultur durch ein solches Verbot nicht gefährdet wird.

Ob die neuen Regelungen tatsächlich zu einer Verringerung des Tabakkonsums in Deutschland führen, bleibt abzuwarten. Die finanziellen Auswirkungen der Verbote werden immer wieder kontrovers diskutiert. Schließlich verdient der Staat an einer boomenden Tabakindustrie über die Tabaksteuer gehörig mit. Trotzdem: Für alle Nichtraucher in Deutschland heißt es seit dem 1. September 2007 aufatmen.



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