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Die erste Generation (Teil 3 der RAF-Reihe)


25.09.2007 (A. Bünnig) Kategorie: Politik

Bild: www.stern.de

Die Rote Armee Fraktion (RAF) hat die Bundesrepublik Deutschland dreißig Jahre lang mit Terror überzogen. Sie ist in drei Generationen zu gliedern. In diesem Teil der Serie geht es um die erste, die schon nach wenigen Jahren fast vollständig im Gefängnis saß und nach einem langen Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland im August 1970 machte die Baader-Meinhof-Gruppe, wie sie zu dem Zeitpunkt noch genannt wurde, zunächst durch Banküberfälle und Waffenkäufe auf sich aufmerksam. Trotzdem entwickelte sich die Jagd auf die Truppe in der Bundesrepublik zur Hysterie. Die Medien nahmen das Thema dankbar auf und Andreas Baader und Ulrike Meinhof wurden zu den „Staatsfeinden Nr. 1“ erklärt, so titelte die „Welt am Sonntag“ am 1. Februar 1971.

Auch der Staat begann sich mit der neuen Bedrohung auseinanderzusetzen und es wurde die „Sonderkommission Terrorismus“ gegründet. Die Fahndungsbemühungen wurden verstärkt. Gleichzeitig hatte Ulrike Meinhof das Strategiepapier „Konzept der Stadtguerilla“ verfasst und angekündigt, dass sich die Mitglieder der Gruppe (hier auch zum ersten Mal als Rote Armee Fraktion bezeichnet) Festnahmen widersetzen wollten. Durch die Einführung beider Maßnahmen kam es zu den ersten Todesfällen.

Am 15. Juli 1971 wurde die erste Großfahndung mit 3.000 Polizisten in Norddeutschland durchgeführt. Mit Fahrzeugkontrollen und Straßensperren versuchten die Beamten Mitglieder der RAF zu stellen. An einer Straßensperre wurde auch Petra Schelm, ein Mitglied der RAF, aufgehalten. Beim Versuch sie zu durchbrechen, wurde sie erschossen. Am 22. Oktober und am 22. Dezember 1971 mussten zwei Polizisten mit dem Leben bezahlen, als sie versuchten, Mitglieder der Gruppe zu verhaften.

Die Radikalisierung setzte sich fort und am 11. Mai 1972 kam es zu einem Bombenanschlag auf das Offizierscasino im IG-Farben-Haus in Frankfurt. 13 Verletzte und ein Toter war die Bilanz des Verbrechens. Die größte Fahndungsaktion der Geschichte der Bundesrepublik brachte bis zum 31. Mai 1972 kein Ergebnis. Doch am nächsten Tag schaffte die Polizei den Durchbruch: Durch die Observierung einer Garage in Frankfurt gelang es ihr, Andreas Baader und Holger Meins zu verhaften.

Noch im gleichen Monat wurde auch Gudrun Ensslin verhaftet, als sie in einer Frankfurter Boutique einkaufen ging und einer Verkäuferin die Pistole in ihrer Jacke auffiel. Auch Ulrike Meinhof hatte nicht mehr Glück. Sie quartierte sich bei einem Lehrer ein, der sie an die Polizei verriet. Nachdem noch weitere Mitglieder festgenommen wurden, saßen im Juli 1972 fast alle RAF-Terroristen im Gefängnis.

Ihre Haft bezeichneten die Insassen als Folter, da sie vollkommen isoliert waren, kaum Besuch erhalten durften und teilweise sogar nachts das Licht in den Zellen brannte. Sie sollten durch Schlafentzug mürbe gemacht werden. Die Gefangenen kritisierten die Haftbedingungen und traten insgesamt zehn Mal in Hungerstreik. Auch Amnesty International kritisierte die Isolationshaft. Am 9. November 1974 starb Holger Meins an den Folgen eines Hungerstreiks. Danach wurde die Situation für die Gefangenen erleichtert und die totale Isolation wurde aufgehoben.

Am 29. November 1974 wurde Ulrike Meinhof bereits zu acht Jahren Haft verurteilt. Am 9. Mai 1976, während des zweiten Prozesses gegen sie und die anderen Mitglieder, wählte sie den Freitod. Sie erhängte sich in ihrer Zelle mit einem in Streifen gerissenen Bettlaken. Am 28. April 1977 wurden die übrigen Häftlinge zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Die zweite RAF-Generation versuchte sie im „Deutschen Herbst“ (Teil 4) freizupressen, doch scheiterte dies.

In der „Todesnacht von Stammheim“ am 18. Oktober 1977 brachten sich Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe um. Irmgard Möller stach sich acht Mal in die Herzgegend, aber sie überlebte den Selbstmordversuch. Einen Monat später erhängte sich auch RAF-Gründungsmitglied Ingrid Schubert in ihrer Zelle.

Im nächsten Teil der Reihe geht es um die spektakulären Entführungen der zweiten Generation, die als „Deutscher Herbst“ bekannt wurden. Die Terroristen um Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar versuchten die Inhaftierten auf diese Art freizupressen.

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