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Deutschland hat landschaftlich eine Menge zu bieten. Außergewöhnlich ist die Vielfalt der abwechslungsreichen Naturräume auf kleinem Raum. In mehreren Teilen soll hier eine Auswahl der schönsten deutschen Gegenden vorgestellt werden. Teil 2 beschäftigt sich mit den deutschen Inseln.
Ostfriesische Inseln: Die sieben Schwestern
Die der festländischen Wattenküste vorgelagerten, bewohnten Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge sind Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Allerdings ist nur die Südküste der Inseln Wattenküste. Für die Seite, die dem offenen Meer zugewandt ist, sind Sandstrände und Dünen charakteristisch. Die West-Ost- Erstreckung aller Inseln beträgt insgesamt circa 90 Kilometer. Die rinnenartigen Durchlässe, durch welche die einzelnen Inseln voneinander getrennt werden, heißen Seegaten. In ihnen herrschen starke Gezeitenströmungen.
Während Borkum, Juist und Langeoog ihre äußere Inselform nicht mehr verändern, sind Baltrum, Spiekeroog und Wangerooge lagemobil. Das bedeutet, dass sich ihre Gestalt ständig wandelt: Im Westen der Insel wird vom Meer fortwährend Material abgetragen, das im Osten wieder neu angelagert wird.
Traditionelle Erwerbsquelle ist die Fischerei. Wie auf fast allen Inseln und in den deutschen Küstengebieten hat aber die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor stark zugenommen.
Nordfriesische Inseln: Die „Nordlichter“
Sylt gilt als die Insel der Reichen und Schönen – sie kann sich sehen lassen mit fast 40 Kilometern lückenlosem Sandstrand an ihrer Westseite. Die Frage ist allerdings, wie lange die Sylter Küste noch in der Form bestehen kann, denn das Eiland verliert alljährlich ungefähr anderthalb Meter Land. Eine besondere Sehenswürdigkeit auf Sylt ist das Rote Kliff, eine 30 Meter hohe Steilküste zwischen Kampen und Wenningstedt. Die besondere Färbung entsteht durch eisenhaltige Gesteinsbestandteile.
Auf der grünen Insel Föhr konnte sich die Vegetation besonders gut herausbilden, denn sie ist durch ihre geschützte Lage zwischen der festländischen Küste und den Inseln Amrum und Sylt vor den stürmischen Einflüssen des offenen Meeres abgeschirmt. Föhr war ursprünglich keine Insel, sondern gehörte zum Festland und ist erst bei einer großen Sturmflut im Jahr 1362 davon abgetrennt worden.
Eine besondere Sehenswürdigkeit auf Amrum ist der sogenannte „Kniepsand“, der mit einer Ausdehnung von 1,5 Kilometern Europas breitester Strand ist. Als langsam wandernde Sandbank ist er momentan der gesamten Westküste Amrums vorgelagert. Für die Zukunft wird angenommen, dass er weiter in Richtung Norden verschoben wird. Für Wanderer lohnt sich eine Tour durch Amrums nordwestliche Dünenlandschaften. Auf Pfaden und Holzstegen ist es möglich durch das Naturschutzgebiet zu gelangen, in dem seltene Gräser und Pflanzen heimisch sind.
Ostseeinseln: Die Vielfältigen
Rügen, die größte Insel Deutschlands, ist landschaftlich überaus abwechslungsreich gestaltet: Im Süden und Westen überwiegt ein welliges und unebenes Landschaftsbild, während Nord- und Ostrügen höhere Erhebungen, Kliffe und vor allem die bekannten Kreidefelsen der Stubbenkammer zu bieten haben. Im Frühling, wenn die zahlreichen Rapsfelder die Landschaft in ein sonniges Gelb tauchen, das sich vom Blau der Ostsee abhebt, zeigt sich die Insel von ihrer schönsten Seite. Die Bäume der zahlreichen schnurgeraden und makellosen Alleen zeigen ein frisches Grün. Baumkronen zu beiden Seiten bilden ein Dach über den Straßen, die so waldigen grünen Tunneln gleichen. Nicht umsonst gilt Rügen als eine der beliebtesten deutschen Ferieninseln.
Die Insel Usedom teilen sich Deutschland und Polen. Die größte Fläche der Insel ist deutsch, ein kleiner Teil im Osten liegt auf polnischem Gebiet. 40 Kilometer Sandstrand an der Außenküste bescheren Usedom jedes Jahr viele Badetouristen. Zahlreiche Seebäder säumen die Strände. Die Binnenküste zwischen Insel und Festland ist dagegen eine Boddenlandschaft, in der sich Naturliebhaber, Angler und Wanderer wohlfühlen.
Fehmarn gilt als das „Tor zum Norden“. Seit dem Bau der Fehmarnsund-Brücke 1963 ist die Insel vor allem für den Verkehr nach Skandinavien von Bedeutung. Sie ist durch den „Fehmarnbelt“ von der dänischen Insel Lolland getrennt. In Puttgarden laufen die Fähren in Richtung Dänemark aus.
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